Sonntag, 17. Juni 2007

Realistisch oder optimistisch? Der Antrag auf Einstiegsgeld.

Um Einstiegsgeld zu bekommen, also den halben Regelsatz auf sechs Monate und somit insgesamt rund 1000 Euro, musste ich einen Geschäftsplan einreichen. Die Schwierigkeit bestand nun darin, meinen angeborenen Realitätssinn mit den Anforderungen an eine Förderung zu vereinbaren. Ich entschied mich erstmal für die Variante "realistisch".
Heraus kam ein Plan, nachdem ich wundervolle Arbeit machen würde, die allerdings auf absehbare Zeit keinen wirklichen Gewinn abwerfen würde. Immerhin traute ich mir zu, irgendwann wenigstens einen Teil meines Lebensunterhalts zu bestreiten, indem ich einerseits tatsächlich die eine oder andere Schulung verkaufen würde und andererseits - nachdem ich mich auf dem Hartz-IV-Berater-Markt als feste Größe etabliert haben würde - womöglich die eine oder andere SponsorIn fände.

Der Plan ging nicht auf. Meine Position, dass es besser ist, wenigstens einen Teil meines Bedarfs zu decken, als gar nichts zu haben, würde offenbar eine Ablehnung meines Antrags auf Einstiegsgeld nach sich ziehen. Meine Vermittlerin forderte mich unmissverständlich auf, das Vorhaben "optimistischer" zu beschreiben. Im Klartext musste ich meine zukünftigen Erträge in Höhen beschreiben, die für das komplette Ausscheiden aus dem Bezug von Alg II reichten...