Sonntag, 17. Juni 2007

Wieviel braucht man denn nun zum Leben ohne Alg II?

Wenn ich mich ganz selbst finanzieren sollte, dann musste ich erstmal rauskriegen, wieviel ich denn dazu verdienen muss. Dass es nicht reichen würde, so viel einzunehmen, dass damit mein errechneter Bedarf gedeckt ist, war mir ja klar, aber in Zahlen hatte ich das noch nie gekleidet.
Also Zettel genommen und rückwärts gerechnet. Ich musste auf Einnahmen kommen, die unter Abzug aller Ausgaben und Freibeträge im Einklang mit dem Steuerrecht so viel übrig ließen, dass ich keinen Anspruch auf Leistungen des Jobcenters mehr hätte. Dann wollen wir mal...

Mein Bedarf lag bei etwa 770 Euro. Ich konnte also davon ausgehen, dass ich bestimmt so viel einnehmen musste, dass ich alle Freibeträge für Erwerbstätige ausschöpfen würde. In meinem Fall waren das schon mal 280 Euro, die gar nicht erst berechnet würden. Mein Reingewinn müsste also bei mindestens 1050 Euro liegen.
Ausgaben würden zwar am Anfang, aber auf Dauer nicht so umfangreich anfallen. Ich nahm also mal die Ausgabenpauschale von 20 % zum Maßstab. Damit hätte ich Mindesteinnahmen von gut 1300 Euro benötigt.
Zusätzlich müsste ich mich dann natürlich selbst krankenversichern, denn ohne Alg II keine Krankenversicherung auf Jobcenterkosten. Schwupps war ich auf fast 1600 Euro monaltichen Einnahmen.
Jetzt brauchte ich keinen Taschenrechner mehr, um festzustellen, dass ich damit nicht mehr als Kleinunternehmer die Mehrwertsteuer umgehen kann. Also müsste ich auf alle veranschlagten Preise noch 19 % draufschlagen.
Ergebnis: erst bei regelmäßig monatlich 1900 Euro Einnahmen könnte ich dem Jobcenter ade sagen! Bis dahin bliebe immer noch ein Restanspruch...