Samstag, 15. März 2008

Interkulturelles

Ab April werde ich mal was Neues ausprobieren, nämlich den festen Beratungstermin ohne Terminvergabe. Ermöglicht wird mir das Ganze vom Mehrgenerationenhaus Çamlık in Neukölln. Da es das eigentlich noch gar nicht gibt, war es natürlich einer von diesen verwinkelten Zufällen, der mich da hingeführt hat. Ich suchte mal wieder Sponsoring, weil ich eine weitere Schulung für ein MigrantInnenprojekt durchführen wollte. Ganz alte Netzwerkfäden führten mich dabei bis ins Abgeordnetenhaus, wo ich dann mit ganz jemand anders in Kontakt kam, als ich eigentlich dachte. So funktioniert das wohl und na gut, ich gewöhne mich auch daran.
Jedenfalls fand ich mich bald im Gespräch mit einer ausgesprochen vitalen Person, die das erst im Mai offiziell zu eröffnende Mehrgenerationenhaus bis dahin mit Leben füllen soll (und das offenbar auch tut). Im Ergebnis mache ich dann also erstmals eine regelmäßige Sprechstunde, zu der man einfach reinschneien kann, ohne vorher einen Termin abzumachen. Mal sehen, wie sich das anlässt. Für mich hat es den Vorteil, dass ich bei ganz dringenden Fällen jetzt auf jeden Fall ein persönliches Treffen spätestens innerhalb einer Woche anbieten kann. Auch wenn die bisherigen Termine alle belegt sind. Bislang musste ich in solchen Fällen immer Zusatztermine in der alten schmiede machen oder mich auf Fernberatung kaprizieren, was der Sache nie so ganz gerecht wird.
Andererseits bedeutet ein abgemachter Termin aber für beide Seiten des Beratungstischs auch eine gewisse Disziplin, die ich durchaus zu schätzen weiß. Man hat was abgemacht und hält sich dran. Da bin ich gespannt, wie das freie Fluten funktioniert.
Çamlık ist ja ein interkulturelles Projekt. Und meine rudimentären Türkischkenntnisse sind total verschüttet. Deshalb kündige ich lieber überall vorher an, dass die Beratung auf deutsch stattfindet. Auch hier ist für mich neu, dass ich im Fall von Verständigungsschwierigkeiten auf MitarbeiterInnen von Çamlık zurückgreifen kann. Für alle Fälle krame ich aber gerade mein altes "Günaydın"-Türkischbuch wieder hervor, damit ich wenigstens beim Drumherum ein paar Worte verlieren kann...