Freitag, 9. Januar 2009

Erholt ins dritte Jahr


Mit viel Sonnenschein, sternenklarem Polarhimmel und ungezählten Bilderbuchsonnenuntergängen startete das dritte Rollerjahr genauso wie das zweite, nämlich in aller Abgeschiedenheit auf der grünen Insel Pellworm.
Meine GesprächspartnerInnen des letzten Jahres mögen mir verzeihen, dass es ganz erholsam ist, mal knapp zwei Wochen niemandem zuzuhören:) Auch die Stimme bedankt sich, wenn sie nicht zu viel zu tun hat und stattdessen von Salzluft umweht wird.

Zurück in Berlin geht es in bewährter Weise weiter wie zuvor. Im Angesicht der auf allen Medienkanälen sezierten Krise, die ja nun wohl auch den Arbeitsmarkt erfassen soll, könnte man zwar sagen, dass Hartz-IV-Berater ein Job mit Zukunft ist, aber angesichts der Tatsache, dass die 10 Tage an der Nordsee im Grunde der einzige Luxus des letzten Jahres war, will ich mal auch nicht zu große Töne spucken mit der Berufswahl:)

Ich freue mich jedenfalls darauf, auch im jetzt angebrochenen Jahr 2009 wieder vielen Menschen zu begegnen, denen nach der Beratung der Kopf nicht mehr so schwer auf den Schultern lastet wie davor.

Ich bin gespannt, wie sich die Konflikt-Schwerpunkte weiter verlagern werden. Mit einer neu gefassten AV Wohnen wird es wohl wieder Anlaufschwierigkeiten bei den Jobcentern geben. Bei den Kosten der Unterkunft hat sich zumindest in meiner Beratungspraxis gezeigt, dass immer mehr Familien damit zu tun bekommen, dass ihre Miete "auf die Angemessenheitsobergrenze abgesenkt", also nicht mehr voll übernommen wird. Viele bleiben aber dennoch in ihren Wohnungen, solange es eben geht oder zu gehen scheint. Das Schuldenproblem, das daraus entsteht, wird noch erheblich werden.

Ob im Mariannenkiez das Geld bewilligt wird, eine regelmäßige MieterInnenberatung für Fragen zu Hartz IV zu finanzieren, steht noch in den Sternen (und konnte auch bei der sternenkundlichen Führung auf Pellworm nicht abgesehen werden). Wenn es klappt, wird der Roller für BewohnerInnen des Mariannenplatzquartiers regelmäßige Beratungen durchführen. Da warten wir mal ab.

Für jetzt wünsche ich allen, die den Hartzer Roller begleiten, nutzen oder beobachten, ein angenehmes Jahr. Es bleibt beim bewährten Motto:

Fröhlich sein, Gutes tun und die Spatzen pfeifen lassen!