Montag, 10. Januar 2011

Neues im Jahr Fünf des Hartzer Rollers

Vorab: Für alle, die bisher auf die Unterstützung des Hartzer Rollers gesetzt haben oder das in Zukunft tun wollen, ändert sich gar nichts. Auch im 5. Jahr wird es Beratungen in mehreren Bezirken geben, für die niemand etwas bezahlen muss. Leider wird es auch dabei bleiben, dass die Wartezeit auf einen festen Termin  schon mal ein bis drei Wochen dauern kann. In der Folge sind dann auch die offenen Beratungen (zu denen man einfach ohne Termin kommt und dann eine Nummer zieht oder sich auf die Liste schreibt) - sagen wir mal: gut besucht... Aber bisher hat es ja noch immer geklappt. Und überhaupt: Erstmal ein frohes Neues Jahr!


Nachdem ich im letzten Herbst durch das Ende der Zusammenarbeit mit dem Mehrgenerationenhaus die finanzielle Basis des Rollerprojekts umgestaltet hatte und vermehrt auf Spenden und vergleichbare Geldquellen bauen wollte, ist nun formal alles noch einmal anders gekommen. Grund ist die auch für mich selbst überraschende Meinung meines Rentenversicherungsträgers, ich hätte eine Rente wegen voller Erwerbsminderung verdient. Gut, ich arbeite schon seit  Jahren nur noch halbtags, weil ich eine Schwerbehinderung mein eigen nenne, aber eigentlich wollte ich nur dem Jobcenter eine Freude machen und durch eine Teil-Rente ein bisschen Geld reinholen. Mit der Teilrente (die man bekommt, wenn man zwischen 3 und 6 Stunden pro Tag "leistungsfähig" ist, und die deshalb für mich an sich in Frage käme, so als Halbtagskraft...) wäre meine SGB-II-Hilfebedürftigkeit finanziell etwas kleiner gewesen, ich wäre aber weiterhin Jobcenterkunde geblieben. Hin und her - aus welchem Grund auch immer hat mich die Rentenversicherung jetzt voll und ganz unter ihre Fittiche genommen. Die stattliche monatliche Rente von 280 € stockt nicht mehr das Jobcenter auf, sondern nun das Sozialamt. Da das Sozialamt allerdings nicht die Freibeträge aufs Einkommen kennt, die wir beim Alg II haben, lohnt sich für mich das Unternehmerdasein nicht mehr. Deshalb habe ich nach zweimal drüber schlafen meinen neuen Status zufrieden in mein Leben eingebaut, habe meine Selbständigkeit abgemeldet und den Verein "Hartzer Roller e.V." gegründet, für den ich ab sofort als ehrenamtlicher Rentner beratend tätig bin.

Der Verein wird (wie vorher der Unternehmer) für verkaufte Informationsveranstaltungen, für Schulungen und für einige offenen Beratungen den VeranstalterInnen Rechnungen schreiben. Vom eingenommen Geld werden die Unkosten (Roller, Büro, Kommunikationsmittel etc.) bestritten. Wenn der Verein ins Register eingetragen ist und es ein Vereinskonto gibt, kann dieses Konstrukt auch gerne wieder unterstützt werden, aber wie gesagt und vor allem: Bei der Beratung selbst bleibt alles beim Alten!

Ich werde die entsprechenden Passagen auf der Homepage in den nächsten Wochen Stück für Stück aktualisieren.

Ja, und so hübsch begann das Jahr im Urlaub an der Nordsee. Ein bisschen Entspannung kann man sich als Rentner ja mal leisten:)

In der gespannten Erwartung, was gesetzmäßig noch auf uns zukommt, beende ich hier meine Neujahrsansprache in eigener Sache und freue mich auf weiterhin laufend interessante Geschichten am Beratungstisch. Ahoi!