Samstag, 27. August 2011

Jetzt auch amtlich linksextrem...


Endlich ist er da, der Wahl-o-mat für die bevorstehenden Abgeordnetenhauswahlen in unserer beschaulichen Stadt. Da mach ich natürlich mit. Zumal mir bisher immer geraten wurde, die MLPD zu wählen, die - was mir total entgangen ist - offenbar nicht mehr antritt oder eine schöpferische Pause einlegt. Schon deshalb brauchte ich also eine neue Wahlempfehlung, wenn ich nicht rein nach Plakatgrundfarbenzuneigung abstimmen soll.

Also geschwind auf die vorgegebenen 38 Fragen geantwortet, wobei ich nur selten auf ein "neutral" ausweichen musste, sondern meistens so etwas wie eine passable Präferenz fand. Im Ergebnis wird mir mit relativ deutlichem Vorsprung zur Wahl der PSG geraten.



Nach einem kurzen "Oops, kenn ich ja gar nicht" fand ich heraus, dass diese "Partei für soziale Gerechtigkeit" (kann man nix gegen sagen) für die Vierte Internationale steht. Trotz bekanntermaßen längere Zeit zurückliegendem Studium der russischen Sprache und damit in Verbindung stehender Auseinandersetzung mit allem "Kommunistischen" musste ich auch da erstmal nachschlagen. Trotzkisten also. In steter Abgrenzung zu Sozialdemokraten einerseits und Stalinisten andererseits. Die Linkspartei, der man ja praktischerweise gleich beides vorwirft, ist damit pfui, der Rest der "Großen" sowieso.
Eine gewisse Tendenz zur Enteigung des Kapitals ist unverkennbar, unter 1.500 € sollte niemand haben, vor allem aber auch niemand über 20.000 € (also jeweils im Monat...). Da geh ich doch mit.

Am sympathischsten ist allerdings für mich, dass die Gruppierung bei irgendeiner Wahl die wenigsten Stimmen aller teilnehmenden Parteien erhielt. Mit sowas kann man mich immer ködern, ich habe ein Herz für Verkannte!

Abgeschlagen auf Platz zwei meiner Wahlempfehlungen landete übrigens die DKP (kennen wir noch von früher). Herauszufinden, worin das abweichlerische Verhalten besteht, dass die KP auf Platz zwei verbannt, war mir zu kompliziert. Wahrscheinlich eine nicht hinnehmbare, kompromisslerische Weichheit... Ich nehme es mal einfach so hin. Wenn ich den letzten Verfassungsschutzbericht nicht komplett missverstanden habe, dann ist die PSG sowieso extremer. Das ist mir in der Eindeutigkeit dann doch lieber...

In diesem Sinne grüße ich erneut erhellt die Kritischen der Welt und warte gelassen ab, ob der letzte Platz auf dem Ergebnistableau gehalten werden kann.

P.S.: Für DirektkandidatInnen gibt es ja leider keinen Wahl-o-maten. Deshalb muss ich nach dem Erscheinungsbild gehen, das die Guten auf den Plakaten abgeben (nein, unterhalten möchte ich mich mit denen nicht...). In meinem Wahlkreis ist leider niemand wählbar. Wenn ich in einem Fremdbezirk abstimmen dürfte, schenkte ich mein Kreuz dem wirklich süßen Damiano Valgolio (der heißt nicht nur so, der sieht auch so aus:), wovon ich meiner empfohlenen Wahlliebe aber nix verraten darf, denn der ist offenbar Sozialdemokratstalinist und tritt in Friedrichshain für die Linke an.




Küsschen in den Nachbarbezirk!