Mittwoch, 2. November 2011

Obacht Geldfalle zum Jahreswechsel!


Ja, ja, ich war faul beim Bloggen, aber der Sommer war einfach sehr schön, da sitzt auch der geneigte Berater nur ungern am Rechner...
Da sich das Kalenderjahr aber nun dem Ende zuneigt, gilt es doch auf eine wichtige Änderung hinzuweisen, die sich mit dem Jahresendböllern einstellt. Es geht um das P-Konto.
An anderer Stelle hatte ich schon darauf hingewiesen, dass für Verschuldete der bisherige Pfändungsschutz beim Girokonto ausläuft und durch die Einführung des P-Kontos (Pfändungsschutzkontos) ersetzt wird. Bisher galten beide Varianten parallel, aber ab 2012 gibt es dann nur noch den Schutz durch das P-Konto. Worum geht es?
Wer verschuldet ist und wem dabei das Konto gepfändet wurde, der braucht ja trotzdem Geld zum Leben. Nicht selten sind das Sozialleistungen. Damit die Gläubiger nicht am Existenzminimum knabbern dürfen, muss man dieses schützen. Das geht ab 2012, indem man (möglichst natürlich noch in diesem Jahr) sein Girokonto bei der Bank auf ein P-Konto umstellen lässt. Dazu sei allen geraten, die von drohendem Gläubigerzugriff betroffen sind!

Alle bisherigen Vereinbarungen mit den Banken über den Schutz des eigenen Geldes gelten dann nicht mehr, wenn das Konto nicht zum P-Konto gemacht wurde. Geschützt werden auf einem P-Konto folgende Einnahmen bis zum Erreichen der Pfändungsfreigrenze (aktuell für eine Person 1.028,89 €):

Arbeitseinkommen
Renten
Sozialleistungen (soweit nicht schon unpfändbar nach § 54 Abs.3 SGB I) wie etwa
ALG I und ALG II
Sozialhilfe
Grundsicherungsleistungen
Pflegegeldleistungen
BAföG-Leistungen
Leistungen der gesetzlichen Kranken- und Unfallversicherung
freiwillige Zuwendungen Dritter
Einkünfte Selbständiger

Wichtig zu wissen ist, dass die Umstellung eines Konto auf P-Konto nichts kosten darf. Das Konto selbst kostet aber weiterhin genauso viel wie vorher. Eine gute, ausführliche Beschreibung des P-Kontos findet man hier.

Besser ist es, den Jahreswechsel in dieser Hinsicht nicht zu verschlafen und lieber früher als später mit der Bank des Vertrauens Kontakt aufzunehmen...