Sonntag, 16. Dezember 2012

Erwartungshaltungen...

Ich meckere wirklich nicht gerne!

Aber manchmal bin ich dann doch ratlos, was Menschen so erwarten. Wie sich vielleicht in all den Jahren des Hartzer Rollers herumgesprochen haben dürfte, ist dieser Beratungs-Verein ein Einpersonenprojekt. Ich mache alle Beratungen selbst und organisiere auch die Termine allein. Dazu bin ich in Personalunion auch die "Hotline", also der Mensch, der am Telefon ist, wenn man den Hartzer Roller anruft.

Stop. Direkt am Telefon bin ich inzwischen eher seltener zu erwischen. Der offenbar immer noch ansteigende Beratungsbedarf führt dazu, dass die Termine oft auf Wochen ausgebucht sind und die offenen Beratungen deshalb auch mehr als gut besucht werden. Wenn ich dann nach Hause komme, setze ich mich nicht gleich an den Schreibtisch, wo das Telefon steht. Davon ab bin ich schlicht und einfach viel unterwegs, was bei einer mobilen Beratung nicht so verwundert.

Mein Weg, in dieser Situation meinen zeitlichen und sonstigen Einsatz zu dosieren und zu organisieren, ist das Prinzip des Rückrufs. Wer anruft, hinterlässt eine Nummer und wird so bald es geht zurückgerufen. Mein ehemaliger Anspruch, dies immer innerhalb eines (Werk-)Tages zu schaffen, ist leider dahin. Es dauert heute auch schon mal zwei oder drei Tage wegen siehe oben... Sorry dafür! Wer ein großes Problem hat, ruft aber eh besser nicht erst an, wenn das Kind schon an der Brunnenkante hängt.

Gewöhnt bin ich mittlerweile daran, dass Menschen mir sagen, ich könne ihnen keine Emails schicken, weil sie keinen Computer haben. Auch dass man kein Festnetz hat, ist nicht selten, dann kann man mir seine Handynummer aufs Band sprechen und bekommt eine SMS, die besagt, dass ich in dem Moment telefonisch erreichbar bin. Klappt auch ziemlich gut.

Aber wer einen bestimmten Kommunikationsweg selbst nicht nutzt und deshalb darüber auch nicht erreichbar ist, der hat - da beißt die Maus keinen Faden ab - selbst ein Problem... Ich ziehe mir diese Schuhe nicht an, auch wenn es offenbar Menschen gibt, die mir mit dem Schuhlöffel in der Hand begegnen und finden, dass eine kostenlose und ehrenamtliche Beratung nicht ausreicht, sondern auch ein nahezu grenzenloser Service doch bitte schön im Angebot enthalten sein soll.

Damit wir uns verstehen: Dies ist ein Minderheitsphänomen! Ich finde es als Verhalten und Einstellung allerdings so auffällig, dass ich es an dieser Stelle auch einmal schildern will. Wie sich das ausnimmt, ist hier anhand eines Anrufs auf meinem Beantworter zu hören. Zum Verständnis sei gesagt, dass meine Ansage mit der Aufforderung endet, mir eine Nummer zu hinterlassen...