Freitag, 23. August 2013

Sensation! Nach Steinbrück veröffentlicht auch Dr. Hartz seine Stasi-Akte...

In Ermangelung konkreter Vorwürfe tritt Dr. Hartz hiermit die Flucht nach vorn an und tut es Peer Steinbrück gleich. Kann ja auch nicht sein, dass sich die Staatssicherheit für den SPDler interessiert hat und dabei die nicht parteilich gebundenen Aufrührer unbeobachtet ließ.

Alles begann im Jahre 1979. An ein Ereignis kann ich mich gar nicht mehr erinnern, aber wahrscheinlich anlässlich der ersten Reise in die DDR ohne Eltern (bis dahin hatten wir immer unsere Verwandten besucht) versuchten meine beiden Geschwister und ich eine größere Menge Knackwurst aus dem sozialistischen Wirtschaftsgebiet auszuführen. Das gelang zwar, weil wir an der Grenze den Eindruck erwecken konnten, dass es sich um Proviant für die Heimreise handelt. Aber sicherheitshalber wurde wohl ein Vorgang eingeleitet...


Der Deckname "Zentraler Zielgruppenvorgang 049722009" war noch etwas ungelenk, aber das sollte sich bald ändern...


Mit der Konkretisierung, dass es sich bei der Akte Dr. Hartz um eine "operative Aufklärung" handelt, war es beschlossene Sache, dass der Quelle auch ein angemessener und fantasievoller Deckname zu geben war. Die Wahl fiel auf "Wald". Fortan stand Dr. Hartz stasimäßig IM* Wald...
Unter der Fantasie bei der Namensgebung litt leider die Genauigkeit der Recherche, weshalb mein Geburtsort von Detmold nach Erlangen verlegt wurde. Aber Schwund ist immer. Immerhin war zu diesem Zeitpunkt schon eine Menge über den Doktor herausgekommen. Und zwar dies:


Leider reichte die Rückseite einer Karteikarte aus, um die umfassenden politischen Aktivitäten von Dr. Hartz zusammenzufassen. Es wäre hier noch einiges zu erforschen gewesen, das kann ich Ihnen sagen. Aber dann kam auch schon das Ende der DDR, sie hatte sich am Fall Dr. Hartz schlichtweg überhoben.


* Hierbei handelt es sich um eine inhaltlich nicht gerechtfertigte, präpositional aber sich geradezu aufdrängende Überhöhung, die von der fachkundigen LeserInnenschaft sogleich enttarnt wurde. Chapeau dafür, ich war zumindest wissentlich kein IM, sondern nur ein unspektakulärer operativer Vorgang. Hier wird einem aber auch nix gegönnt :-)