Montag, 1. September 2014

Sind so kleine Hände... (und so viele!)

Stellen Sie sich mal vor, Sie hätten Zwilllinge geboren. Dann geht Sie nämlich die jetzt folgende Information durchaus an. Wir sprechen über das Elterngeld und dessen Anrechnung aufs Alg II.

Wie bereits mehrfach hier im Blog erklärt, gibt es auf den Bezug von Elterngeld einen Freibetrag. Ein Teil des Elterngeldes wird also nicht als Einkommen gezählt. Der Freibetrag ist einerseits maximal so hoch wie das Durchschnittseinkommen der letzten 12 Monate vor der Geburt, also maximal so hoch wie die Berechnungsgrundlage für das Elterngeld. Aber auch maximal 300  €. Beispiel: Gesamteinkommen in 12 Monaten war 3000 €, also monatlich 250  €, ergibt einen Freibetrag von 250 € auf das tatsächlich gezahlte Elterngeld.
Anderes Beispiel: Gesamteinkommen war 6000 €, pro Monat also 500 € - dann wird der Freibetrag auf 300 € gekappt, weil mehr eben nicht geht.

Jetzt geht es dann los mit den Zwillingen. Denn der Freibetrag auf Elterngeld ist "personenbezogen" und nicht "anspruchsbezogen". Bekommt jemand Zwillinge, entstehen zwei Ansprüche (nämlich für jedes Kind einer). Diese zwei Ansprüche werden aber ggf. an eine Person gezahlt, z.B. die Mutter. Sie kann deshalb trotz Elterngeldes für zwei Kinder nur einen Freibetrag geltend machen.

Wählt die nun kinderreiche Familie aber den Weg, dass ein Elternteil Elterngeld für den einen Zwilling und der andere Elternteil für den anderen Zwilling beantragt, dann bekommen (personenbezogen) beide Eltern ihren persönlichen Freibetrag...

Fazit: Bei Zwillingen das Elterngeld immer getrennt beantragen!

P.S.: Nicht lohnen wird sich das bei einem Elternteil, der gar kein Einkommen in den letzten 12 Monaten vor der Geburt hatte, denn kein Einkommen = kein Freibetrag.